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Mobiles Arbeiten - ungeschützt ein Einfallstor für Cyberangriffe

Mobiles Arbeiten - ungeschützt ein Einfallstor für Cyberangriffe

© DC Studio- stock.adobe.com

 Branchennews|07.10.2021

Angriffsziel deutsche Wirtschaft - der verursachte Schaden durch Cyberkriminalität ist in Deutschland erschreckend hoch

Eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom bringt ans Tageslicht, das bereits 9 von 10 Unternehmen durch Cyberangriffe geschädigt wurden. Die Schadenssumme hat sich seit 2018 mehr als verdoppelt – ein gefährliches Einfallstor ist das Homeoffice. 223 Milliarden Euro: Das ist der Jahresumsatz des Volkswagen-Konzerns.

223 Milliarden Euro: Das ist auch der jährliche Schaden in Deutschland, den Attacken von Computerkriminellen zuletzt bei deutschen Unternehmen verursachten. Die Schadenssumme ist mehr als doppelt so hoch wie in den Jahren 2018/2019. Diese Zahlen stammen von einer repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom, für die mehr als 1.000 Unternehmen quer durch alle Branchen befragt wurden.

Hauptbedrohung Ransomware

Haupttreiber des gewaltigen Anstiegs sind Erpressungsvorfälle, verbunden mit dem Ausfall von Informations- und Produktionssystemen sowie der Störung von Betriebsabläufen. Sie sind meist unmittelbare Folge von Ransomware-Angriffen. Durch sie werden Computer und andere Systeme blockiert, anschließend werden die Betreiber erpresst. Die so verursachten Schäden haben sich der Untersuchung zufolge seit 2018/2019 mehr als vervierfacht (+358 Prozent). Die Angriffe haben vielerorts massive Auswirkungen: Fast jedes zehnte Unternehmen (9 Prozent) sieht inzwischen sogar seine komplette geschäftliche Existenz durch solche Cyberattacken bedroht.

„Die Wucht, mit der Ransomware-Angriffe unsere Wirtschaft erschüttern, ist besorgniserregend und trifft Unternehmen aller Branchen und Größen“, warnt Bitkom-Präsident Achim Berg angesichts der aktuellen Entwicklung. Bei den betroffenen Firmen werden oftmals sämtliche PC-Systeme verschlüsselt und der Geschäftsbetrieb wird vollständig lahmgelegt. Kunden- und Unternehmensdaten werden gestohlen. Das sorgt für große Reputationsschäden und führt häufig zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. „Der Diebstahl von geistigem Eigentum kann für die innovationsgetriebene deutsche Wirtschaft schwerwiegende Konsequenzen haben“, kommentiert Bitkom-Chef Berg.

Homeoffice zusätzliches Einfallstor

Ein Großteil der Angriffe beginnt mit Social Engineering, der Manipulation von Beschäftigten. Die Kriminellen nutzen den „Faktor Mensch“ als vermeintlich schwächstes Glied der Sicherheitskette aus, um etwa sensible Daten wie Passwörter zu erhalten. Bei 41 Prozent der befragten Unternehmen gab es zuletzt solche Versuche – 27 Prozent der Befragten sagten aus, unter anderem per Telefon kontaktiert worden zu sein, 24 Prozent erhielten eine getürkte E-Mail.

Risiko mobiles Arbeiten

59 Prozent der befragten Unternehmen, bei denen Homeoffice grundsätzlich möglich ist (817 Unternehmen), gaben an, seit Beginn der Pandemie habe es IT-Sicherheitsvorfälle gegeben, die auf die Heimarbeit zurückzuführen seien. In 24 Prozent dieser Unternehmen sei das sogar häufig geschehen. Sofern ein Angriff mit dem Homeoffice in Verbindung stand, ist daraus in der Hälfte der Fälle (52 Prozent) auch ein Schaden entstanden. Deutlich wird, dass es kein gutes Rezept ist, die Mitarbeiter einfach zum Arbeiten nach Hause zu schicken. Geräte müssen gesichert, die Kommunikationskanäle zum Unternehmen geschützt und die Belegschaft für Gefahren sensibilisiert werden. Wer das nicht tut, verhält sich fahrlässig.

Fazit

Unternehmen sollten sich nichts vormachen! Jeder Betrieb kann zu einem Opfer durch Cyberkriminalität werden. Durch das vermehrte, isolierte Arbeiten im Homeoffice sind die Risiken weiter angewachsen, denn kurze Rückfragen bei Kollegen „auf dem kleinen Dienstweg“ sind weitaus seltener möglich. Die Folge: In 61 Prozent der von Diebstahl, Spionage und Sabotage betroffenen Unternehmen wurden Angriffe erst durch das Fehlverhalten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich. Unternehmen, die mobiles Arbeiten nachhaltig umsetzen wollen, müssen weitere Einfallstore absichern und ihre Teams noch stärker dafür sensibilisieren, mit welchen Tricks Datendiebe heute arbeiten.

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